Zahnpflege für Kinder

Zahnpflege von Beginn an

Schon von der Geburt an können Sie den Kieferkamm Ihres Babys mit einem Wattestäbchen abwischen und dabei gleichzeitig sanft massieren. Wir empfehlen dies nach jeder Mahlzeit, sogar nach dem Stillen. Das ist gut für die Entwicklung der Zähne und gewöhnt Ihr Kind frühzeitig an die Zahnpflege. Ein erster Schritt in die richtige Richtung!


Tipps für die Babyzahnpflege

Eine Geschichte vom Zahnputzbär kann helfen … .

Machen Sie das Zähneputzen von Anfang an zu einem Ritual – zu einem positiven Ereignis – am besten auf dem Wickeltisch, da die Zahnpasta noch nicht ausgespült werden muss. Unterstützt durch ein Lied oder eine bekannte Geschichte gelingt Ihnen an diesem für Ihr Kind vertrauten Ort das Zähneputzen so ganz leicht und spielerisch.
Ab dem ersten Milchzahn bürsten Sie dann vorsichtig mit einer kleinen, weichen Zahnbürste vor dem Schlafengehen eine erbsengroße Portion fluoridierte Kinderzahnpasta (500 ppm Fluorid) ein.

Sie können wirklich auf Fluoridtabletten verzichten, wenn Sie zusätzlich mit fluoridiertem Speisesalz kochen. Geben Sie Ihrem Kind Vitamin D dann ausschließlich als Monopräparat.
Schauen Sie sich die Zähne Ihres Kindes immer genau an: Ziehen Sie dazu beim Putzen sanft die Oberlippe Ihres Kindes nach oben, so entdecken Sie eventuelle Veränderungen schnell. Achtung: Machen Sie aber keinen Stress, das merkt jedes Kind und krampft. Am besten entspannen Sie sich vorher bei etwas völlig anderem. Nehmen Sie den Stress raus und den Perfektionsdrang, so gelingt es am ehesten.

Verzichten Sie unbedingt auf zucker- und säurehaltige Getränke aus der Nuckelflasche! Das ist viel wichtiger! In den Vereinigten Staaten hat eine ganze Generation darunter gelitten, dass man den Kindern zuckerhaltige Getränke gegeben hat. Die Zahnfäule betrifft dann auch die bleibenden Zähne, die im Kiefer schon in Habachtstellung liegen. Zucker stellt zwar die Kinder ruhig, führt aber zu Übergewicht und schlechten Zähnen. Das wissen wir heute im 21.Jahrhundert einfach besser. Nicht umsonst ist die Zahngesundheit bei den heutigen Generationen besser.

 

Helfen Sie mit, dass es so bleibt!

Gesunde Zähne machen den Gang zum Zahnarzt zu einem Spaziergang.

 

Geben Sie Ihrem Kind die Nuckelflasche niemals zum Dauergebrauch oder in der Nacht.
Seien Sie vorsichtig bei speziell für Babys ausgewiesener Nahrung und Getränken mit der Aufschrift ohne Zuckerzusatz. Der darin oft enthaltene Fruchtzucker ist nicht minder schädlich für die Zähne Ihres Kindes wie Industriezucker. Das ist reiner Etikettenschwindel.
Versuchen Sie, Ihr Kind schon früh an das Trinken aus einem Becher zu gewöhnen. Es gibt eine große Auswahl an Trinkbechern, die Kinder gut greifen können und die unkaputtbar sind. Verzichten Sie möglichst auf einzelne Zwischenmahlzeiten.

Zahnpflege ab dem 2. Geburtstag

Weniger ist mehr: besser einmal richtig sündigen als mehrmals am Tag Süßes zu sich nehmen.

Sie sollten von nun an die Zähne Ihres Kindes zweimal täglich putzen. Verwenden Sie dazu wie gewohnt eine Kinderzahnpasta und eine altersangepasste Kinderzahnbürste. Ausspülen ist weiterhin nicht notwendig. So bleibt der Fluor in der Zahncreme besser im Mund und gelangt über den Speichel an die jungen Zähne.

Elementares Fluor ist übrigens sehr giftig und stark ätzend! Seine Salze, die Fluoride sind in höherer Konzentration ebenfalls sehr giftig, werden aber in Spuren zur Prophylaxe von Zahnkaries verabreicht. Sie werden deswegen teilweise dem Trinkwasser oder Speisesalz zugesetzt (Das nennt man dann Fluoridierung).

Wir empfehlen Ihnen frühzeitig, die Zahnpflege, besonders bei sehr eng stehenden Milchzähnen, mit Zahnseide zu optimieren. Zahnseidehalter sind hier hilfreich und werden von den Kindern in der Regel gut angenommen.

Ihr Kind möchte nun genau wie ein Erwachsener selbst putzen. Freuen Sie sich über diesen natürlichen Drang und lassen Sie Ihrem Kind den Vorrang. Sie sollten danach allerdings alle Zähne und alle Flächen gewissenhaft nachputzen.

Zahnpflege ab dem 6. Geburtstag

Mit dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne kann Ihr Kind auf Erwachsenenzahnpasta (1400 ppm Fluorid) umsteigen. Oft schmeckt Kindern diese nicht so gut. Versuchen Sie es einfach mit einer Juniorzahnpasta. Diese hat den gleichen Fluoridgehalt wie Erwachsenenzahnpasta, aber einen milderen Geschmack. Zahnseide sollten Sie ab jetzt möglichst zweimal wöchentlich anwenden. Nehmen Sie gewachste Zahnseide, die bleibt nicht hängen, wenn die Zähne eng stehen.

Wir empfehlen zusätzlich einmal wöchentlich die Benutzung einer Fluorcreme (z.B. Elmex Gelee). Bürsten Sie nach dem abendlichen Putzen eine erbsengroße Menge davon mit der Zahnbürste ein. Achtung! Ihr Kind sollte diese nach der Anwendung nur ausspucken und nicht ausspülen! Und danach sollte es möglichst nichts mehr essen.

Kontrollen erlaubt

Als Eltern sollten Sie bis zum 9. Lebensjahr Ihres Kindes nachputzen. denn erst mit einer vergleichsweise gut entwickelten Schreibschrift ist Ihr Kind feinmotorisch überhaupt in der Lage, sich allein die Zähne zu putzen.
Wir empfehlen Ihnen auch danach noch, regelmäßige Putzkontrollen durchzuführen, beispielsweise mit Färbetabletten, welche eventuelle Zahnbeläge sichtbar machen.
Das hängt aber vom Kind ab und ist verschieden. Fragen Sie uns ruhig nach unserer Meinung, wir sehen sehr schnell, wie die Zähne geputzt werden. Ob bei einem Kind oder bei einem Erwachsenen!

Putzen im Familienverbund kann ein gutes Ritual sein.

Wie und wo putzen bei besonders aufgeweckten Kindern

Auf dem Wickeltisch beim Windelwechseln

Halten Sie mit einer Hand die Hände Ihres Kindes und putzen Sie mit der anderen im direkten Blickkontakt dessen Zähne.
Auf dem Schoß: Ziehen Sie den Po Ihres Kindes an Ihren Bauch. dass die Beine links und rechts bequem strampeln können. So kann sich Ihr Kind nicht wegstoßen. Halten Sie mit der einen Hand beide Arme locker fest und putzen Sie mit der anderen unter direktem Blickkontakt.

Im Kinderstuhl

Putzen Sie Ihrem Kind direkt nach der Abendmahlzeit die Zähne.
Im Bett als Teil des Abendrituals: Bauen Sie das Zähneputzen in Ihr Zu-Bett-geh-Ritual mit ein. Singen Sie dabei ein Lied oder erzählen Sie Ihrem Kind eine ruhige Geschichte.

Knie zu Knie Position

Das geht nur zu zweit! Sie sitzen sich Knie an Knie gegenüber und Ihr Kind sitzt in der Hoppereiterstellung. Nun legen Sie Ihr Kind langsam nach hinten auf das andere Kniepaar ab. Sie entscheiden, wer von Ihnen beiden putzt. Klarer Vorteil: Einer kann die Hände festhalten und der Andere hat beide Hände zum Putzen frei.

Phasenweise wehren sich fast alle Kinder gegen das Zähneputzen. Das ist normal und nicht nur bei Ihren Kindern so! War es bei Ihnen früher besser? Hier helfen nur Ablenkung und jede Menge Geduld!