Woher kommt das Lächeln?

Lächeln heißt auch Zähne zeigen. Wer schlechte Zähne hat, dürfte weniger lächeln. Auch ein Grund, zum Zahnarzt zu gehen: damit man wieder lächeln kann!

Aber warum lächeln wir eigentlich? Woher kommt das Lächeln?

Lächeln ist angeboren, will aber gelernt sein!

Das Lächeln ist in der Physiologie ein Gesichtsausdruck, der durch das Spannen der mimischen Muskulatur stets in der Nähe der Mundwinkel, beim „echten“ Duchenne-Lächeln auch um die Augen erzeugt wird. Bei Menschen ist das Lächeln normalerweise ein Ausdruck der Freude, des guten Willens, und dient u.a. zur der Aufnahme von Kommunikation, kann aber auch ein unkontrollierter Ausdruck von Ängstlichkeit sein (nervöses Lächeln).

Die Unterscheidung von echtem und gestelltem Lächeln geht auf den französischen Wissenschaftler Guillaume-Benjamin Duchenne zurück.

Studien haben ergeben, dass das Lächeln eine normale Reaktion auf bestimmte Stimulationen ist, die unabhängig von der jeweiligen Kultur ist. Es ist keine lernbare Reaktion, sondern wird den Menschen schon von Geburt an mitgegeben. Bei Tieren wird ein Lächeln oft als Drohung verwendet (Zähne zeigen) oder aber als Zeichen der Unterwerfung.

Lächeln bewirkt angeblich nicht nur eine Veränderung des Gesichtausdrucks, sondern führt auch dazu, dass das Gehirn Endorphine produziert, die körperliche und seelische Schmerzen verringern und damit das Wohlbefinden steigern. Einem Lächeln kann sich kaum jemand entziehen, wenn das Lächeln ehrlich ist. Lächeln steckt an und überträgt Fröhlichkeit und Wohlbefinden auf das Gegenüber.

Der wichtigste Auslöser für die angeborene, unwillkürliche Mimik ist nicht die eigene Emotion, sondern die Kommunikation mit anderen Menschen.

Der Experte

Dr. Nakia Gordon konzentriert sich in ihrer Forschung auf das Verständnis, wie Emotionen sich auf die Art und Weise auswirken, wie Menschen mit ihrer Umwelt klar kommen.

“Mit einem Lächeln, so wie mit den meisten Gesichtsausdrücken, kommunizieren wir mit unseren Mitmenschen und teilen ihnen mit, was wir gerade fühlen. Tatsächlich konnten Personen mit relativ geringem Kontakt mit der industrialisierten Welt mindestens vier (z. B. Glück, Traurigkeit, Wut, Ekel) Gesichtsausdrücke, die von denen aus anderen Kulturen gemacht wurden, genau identifizieren. Es ist die Frage, ob Emotionsausdrücke universell sind. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass es so ist.”

Ehrliches Lächeln steckt an!

“Während die Neuroimaging-Daten (Bilder des Gehirns, wenn es aktiv ist) uns verdeutlichen, wie emotionale Ausdrücke wahrgenommen werden, geben sie uns nicht den Grund an, warum wir lächeln (im Gegensatz zum Stirnrunzeln zum Beispiel). Charles Darwin vertrat die Hypothese, dass Gesichtsausdrücke die Absicht der Tiere – und damit auch der Menschen – anzeigen. Es dauert einen kleinen Moment, um seine Begründung für das Lächeln zu verstehen. In seiner Erklärung wird ein Tier seine Zähne als Warnung für andere Tiere entblößen. Er sieht das als Grundlage für die Menschen vor, dieses Verhalten als Gruß zu wählen.”

“Es ist nicht gelöst worden, ob Ausdrücke gelernt oder angeboren sind, aber es scheint, dass alle Menschen die gleichen Ausdrücke verwenden, um grundlegende Emotionen zu kommunizieren. Wir wissen auch, dass wir unsere Ausdrücke manipulieren, um die Kontrolle über das zu haben, was wir kommunizieren. Sie müssen nicht glücklich sein, um zu lächeln, und Sie können lächeln und nicht glücklich sein … zumindest nicht anfangs.”

“In der Tat können Sie sich glücklicher fühlen, wenn Sie lächeln!”

Die Forscherin glaubt, dass unsere Gehirne Feedback von unseren Muskeln (und anderen inneren Organen) erhalten, um zu erkennen, wie wir uns fühlen. Zum Beispiel veranlasste die Platzierung eines Stiftes horizontal zwischen den Zähnen (das entspricht einem Lächeln) die Teilnehmer, ein Comics als lustiger zu bewerten, als wenn der Stift in Längsrichtung in den Mund gelegt wurde. Emotionen wie Stolz und Schande würden auch einfach durch Körperhaltung ausgedrückt.

“Aber lassen Sie uns klar sein, es ist nicht genug, Ihre Lippen nach oben zu schürzen. Das Lächeln mit Ihren Augen, bekannt als ein Duchenne-Lächeln, ist effektiver bei der Schaffung eines Gefühls der positiven Stimmung als ein “gefälschtes Lächeln”. Darüber hinaus hilft ein echtes Lächeln bei beunruhigenden Aufgaben (wie z.B. in fünf Minuten ein wichtiges Forschungsthema darzustellen) eine bessere emotionale Anpassung an die Situation. So ist das Lächeln nicht nur eine bloße Geste, es hilft uns auch, Gefühle robuster zu erleben und Situationen zu überstehen.”

Dr. Nakia S. Gordon promovierte in der Verhaltensneurowissenschaft an der Bowling Green State University. Während sie dort studierte, untersuchte sie Emotionen sowohl bei menschen-ähnlichen als auch bei nicht-menschen-ähnlichen Tieren mit einer Vielzahl von Techniken. Sie erhielt eine zusätzliche Ausbildung in Neuroimaging als Post-Doktorandin im Michigan State University Neuroscience Programm. Vor dem Eintritt in die Fakultät bei Marquette war Dr. Gordon an der Fakultät der UNC Charlotte.