Aktuelle Fragen

Fragestunde

Aus unserem Tagesgeschäft geben wir hier ein paar Fragen wieder, die unsere Patienten beschäftigen und auch für Online-Leser von Interesse sein dürften:

In Verbraucherforen im Internet finden sich jede Menge Beschwerden über Zahnärzte. Es kann der Eindruck entstehen, Zahnärzte seien eher geldgierige Geschäftemacher und keine Mediziner. Hat der Berufsstand des Zahnarzts derzeit ein Imageproblem?

Wir wollen die Verbraucherforen im allgemeinen nicht kritisieren oder Kritik auf die leichte Schulter nehmen. Wir könnten jetzt sagen, wer sich beschwert hat allen Grund dazu oder eben zu viel Zeit. Dabei nehmen wir uns jede Kritik sehr zu Herzen. Es gibt aber auch gute Signale: Zahnärzte sind nach verschiedenen aktuellen Umfragen eine der beliebtesten Berufsgruppen überhaupt. Vier von fünf Patienten sind so zufrieden mit ihrem Zahnarzt, dass sie ihn an Verwandte und Freunde weiterempfehlen würden. Der Wechsel in eine andere Praxis kommt für die meisten Patienten nicht in Frage. Das spricht für sich und dürffte jedem Zahnarzt bekannt sein, so dass er sich einfach Mühe geben muss, seine Patienten zu halten, denn ohne sie kann er nicht existieren.

Was sollten Patienten tun, wenn sie den Eindruck haben, übervorteilt zu werden?

Natürlich können Missverständnisse auftreten. Die Kommunikation zwischen Patient und Arzt läuft nicht immer wie im Bilderbuch, wir wollen hier nichts schönreden. Wichtig ist, zuerst sollte man einmal mit dem behandelnden Zahnarzt sprechen. Der Zahnarzt sollte sich anhören, was der Patient auf dem Herzen hat. Führt das zu keiner Klärung, kann die zahnärztliche Beratungsstelle kontaktiert werden. Dort können Patienten dann auch den Heil- und Kostenplan des Zahnarztes neutral und völlig kostenlos prüfen lassen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich an die Schlichtungsstellen der Zahnärztekammern zu wenden. Hier gelingt es bei Streit in der Regel, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden. Denn darum geht es doch: um lösungsorientiertes Arbeiten.

Ist die Parodontitis bald geheilt?

Jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet unter der Erkrankung des Zahnbetts. Jahr für Jahr kommen bundesweit eine halbe Million neue Fälle dazu. Doch in Sachen Prävention und Therapie ist der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung auf 70er-Jahre-Niveau. Das sollte geändert werden. Wir unterstützen den Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, das Bonusheft im Kampf gegen die Parodontitis einzusetzen. Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, soll künftig bei einer langfristig angelegten Nachbehandlung höhere Zuschüsse bekommen können. Diese hat zum Ziel, nicht erkranktes Gewebe gesund zu erhalten und auch Neuinfektionen in behandelten Bereichen zu erkennen und einzudämmen.

Kinder sollten auch zum Zahnarzt

Prophylaxe fängt früh an.

Wie steht es um die Mundgesundheit in Deutschland?

Sie ist so gut wie noch nie. Bei den Zwölfjährigen ist die Karieshäufigkeit im Vergleich zu 1997 um 50 Prozent gesunken! Acht von zehn Kindern haben heute völlig gesunde Zähne. Bei den Erwachsenen ist die Karies um 30 Prozent zurückgegangen. Beiden 65- bis 74-Jährigen konnte die Zahnlosigkeit halbiert werden. Vor 20 Jahren war noch jeder vierte Senior ohne Zähne. Heute ist es nur noch jeder achte.

Wann werden Zahnärzte arbeitslos?

Leider gibt es auch gegenteilige Tendenzen: Bei Kleinkindern zum Beispiel nimmt die Karies gerade wieder zu. Manche Eltern geben ihren Kindern leider nach wie vor Nuckelflaschen mit zucker- und säurehaltigen Getränken. Hier müssen wir auch als Zahnärzte deutlich mehr Aufklärung betreiben. (Siehe dazu unseren letzten Beitrag) Nötig wäre eine engere Vernetzung mit den jeweiligen Haus- und Kinderärzten. Und dann ist die Parodontitis längst nicht besiegt, siehe oben!

Der Ärger von Patienten ist möglicherweise auch vorhanden, weil auf sie die zuzahlungsfreie Regelversorgung mit Amalgam antiquiert wirkt.

Es gibt viele Alternativen zu Amalgam, aber streng genommen auch viele Falschbehauptungen. Amalgam ist das älteste, best erforschte und haltbarste plastische Füllmaterial. Es entspricht aber häufig nicht mehr den kosmetischen Wünschen unserer Patienten. Allerdings ist die früher viel diskutierte Aufnahme von Quecksilber in den menschlichen Körper durch Amalgamfüllungen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen unbedenklich. Sie entspricht etwa der Größenordnung, die auch mit der Nahrung aufgenommen wird.

Das EU-Parlament hat in Sachen Quecksilber, bzw. Amalgam gerade das sogenannte Minamata-Übereinkommen angenommen Es hat zum Ziel, den Einsatz von Quecksilber zu reduzieren.

Das hat weniger gesundheitliche als ökologische Gründe. Die Einleitung von Quecksilber und Schwermetallen in das Grundwasser muss reduziert werden. Das ist völlig richtig. Hier sind wir aber schon längst weiter als andere Länder: In jedem Zahnarztstuhl muss ein sogenannter Abscheider installiert sein, der das Amalgam herausfiltert, wen es z.B. bei der Zahnsanierung anfällt.